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Westfalenpost: Martin Korte zum Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: Es sind Menschen - keine Nummern

Hagen (ots) - Es ist eine Frage von Wunsch und Wirklichkeit. Über gut eine Million Asylanträge möchte Frank-Jürgen Weise, Chef des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, in diesem Jahr seine Mitarbeiter entscheiden lassen. Das wären nach seiner Rechnung mehr als 6000 am Tag. Noch fehlen der Behörde tausende Sachbearbeiter, noch schiebt sie einen Berg von rund 600 000 Anträgen vor sich her. Ist da also allein der Wunsch der Vater des Gedankens? Nein, Weise ist kein Traumtänzer. Organisatorisch hat er im BAMF Fortschritte erzielt, auch wenn er zuletzt bei der Innenministerkonferenz einen unglücklichen Auftritt hinlegte, als es um Überstunden und Wochenendarbeit ging. Das war vielleicht auch Taktik: Ein Jobangebot, in dem Mehrarbeit zum Normalfall erklärt wird, ist schlechte Werbung. Und hexen kann auch Weise nicht. Von aktuell rückläufigen Flüchtlingszahlen sollte sich niemand täuschen lassen. In Syrien machen sich gerade nach Schätzungen von Menschenrechtlern 40 000 Menschen auf den gefährlichen Weg in die Türkei, weil Assad und die Russen eine Offensive auf Aleppo gestartet haben. In Afrika sitzen Hunderttausende auf gepackten Koffern, obwohl sie wissen, dass sie in Europa keine Asyl-Chance besitzen. Die Verzweiflung treibt sie nach Norden, egal wie schlecht die Aussichten sind. Die Türkei und Griechenland werden uns die ganze Last nicht abnehmen (können). Mehr Tempo ist wichtig - nicht nur um die Krise in Europa einer Lösung näher zu bringen. Auch die Flüchtlinge selbst brauchen Klarheit: Sie verdienen es, bei der Bearbeitung ihres Asylantrags wie Menschen behandelt zu werden - und nicht wie Nummern.

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