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Westfalenpost: Angela Merkel

Hagen (ots) -

Adenauer steht für die Westbindung, Brandt für die Ostpolitik und Kohl für die Vereinigung. Und welches historische Projekt verbinden wir mit Merkel? Keins. Noch keins. Denn die Einheit Europas, die eine ihrer Herzensangelegenheiten sein könnte, fliegt der mächtigsten Frau der Welt gerade um die Ohren.

Herzensangelegenheit? Das ist ein Wort, das eigentlich nur schwer mit Merkel in Verbindung zu bringen ist. Die Kanzlerin ist Pragmatikerin, Realistin, keine Visionärin, kein Bauchmensch. Das ist gut in einer Zeit, in der sich viele Menschen von der Globalisierung, vom weltweiten Terror, von der zunehmenden Komplexität der Probleme verunsichert fühlen.

Aber jetzt steht ihre Kanzlerschaft an einem Wendepunkt. Denn sie hat in der Flüchtlingsfrage mit dem Herzen entschieden, die Grenzen geöffnet und gesagt "Wir schaffen das!". Das war eine andere Kanzlerin.

Zehn Jahre Merkel waren für Deutschland gar nicht so schlecht. Derzeit ist sie auch angesichts der politischen Konkurrenz (im eigenen und im fremden Lager) alternativlos. Wie die gelernte Physikern am Ende jedoch in den Geschichtsbüchern beurteilt werden wird, hängt davon ab, ob Deutschland die Flüchtlingsherausforderung meistert. Daran muss Merkel sich messen lassen.

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