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Rheinische Post: Kommentar
Störfall Griechenland = Von Martin Kessler

Düsseldorf (ots) - Man hat schon lange nichts mehr aus Griechenland gehört, was fast immer ein gutes Zeichen ist. Denn die strikte Sparpolitik der Regierung Samaras trug erste Früchte, das Wachstum zog langsam an, die horrende Arbeitslosigkeit begann, ganz leicht zu sinken. Anteil daran hatte neben den gewaltigen Anstrengungen der Griechen selbst mit Lohnkürzungen von 25 Prozent auch die internationale Gemeinschaft, die Athen mit Notkrediten über die Krise half. Dies ist alles in Gefahr, wenn nun vorgezogene Neuwahlen kommen. Unklare Mehrheitsverhältnisse, aber auch ein triumphierender Links-Populist Tsipras sind Gift für den Erholungskurs. Die Versprechungen des Samaras-Herausforderers sind so durchsichtig unerfüllbar, dass selbst Kritiker der gegenwärtigen Regierung den Kopf schütteln. Neuwahlen müssen nicht unbedingt den Sieg der Links-Populisten bedeuten. Die Griechen können zeigen, dass sie aus der Krise gelernt haben und falschen Versprechungen nicht trauen. Das wäre ein Reifezeugnis für die älteste Demokratie der Welt.

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