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Westfalenpost: Heidenau

Hagen (ots) -

Immerhin hat das Dresdner Verwaltungsgericht das Willkommensfest nun doch ermöglicht. Die Heidenauer bekommen so die Chance zu zeigen, dass auch tief in "Dunkeldeutschland" die Lichter nicht ausgehen, dass auch hier Mitmenschlichkeit, Engagement für Flüchtlinge wachsen und gedeihen können. Gut so.

Dabei ist die Entscheidung der Dresdner Richter eine juristische, keine politische. Politisch hatte zuvor das Landratsamt Pirna entschieden - und peinlich daneben gegriffen. Wer nach den Ausschreitungen gegen Flüchtlinge in Heidenau alle Veranstaltungen im Ort untersagt und somit auch und vor allem ein Fest mit und für die Flüchtlinge, der spielt den Rechtsradikalen voll in die Hände. Mit diesem Verbot hätten letztlich die Extremisten bestimmt, was in Heidenau geht und was nicht. Und vor allem: Wer nicht willkommen ist: nämlich weder die Asylbewerber noch die Bürger, die sich für diese Menschen einsetzen. Ein Landratsamt, der diese Symbolik nicht erkennen kann (oder will) - ein solcher Mann ist fehl am Platze.

Richtig ist: Die Polizei ist vielfach unterbesetzt. Und die Sicherheit in Heidenau muss gewährleistet sein, gerade bei einem Willkommensfest. Aber wenn Dynamo Dresden wieder einmal ein Hochrisikospiel austrägt - also etwa 20 Mal im Jahr -, wenn Pegida oder Legida zum Spaziergang einladen, dann gibt es genug Polizei in Sachsen, dann gibt es keine Spielabsagen, (fast) nie Verbote. Zum Schutz von sieben Staatsmännern bei deren Tete-a-Tete in den Alpen konnte Deutschland im Juni gar 17 000 Polizisten mobilisieren. Und da soll die Sicherheit in Heidenau nicht gewährleistet sein? Das Veranstaltungsverbot war sachlich so falsch wie politisch blamabel. Gut, dass es aufgehoben ist.

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