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Westfalenpost: Harald Ries zur Kandidatendiskussion der SPD

Hagen (ots) - Es gibt viele Faktoren, die es der SPD mehr als nur schwer machen, ab 2017 den Kanzler zu stellen: Angela Merkel ist auf dem Höhepunkt ihrer Beliebtheit, eine Wechselstimmung nicht in Sicht. Angesichts des Zustands der Linkspartei ergäbe sich auch bei mittelstarken Stimmenveränderungen keine Machtperspektive. Der Vorsitzende Sigmar Gabriel quält seine Partei mit unabgestimmten Sprüngen in die vermeintliche politische Mitte (Vorratsdatenspeicherung, TTIP, Kohle), ohne dafür ein Umfrageplus liefern zu können. Und nicht zuletzt sind es Vorstöße wie der von Torsten Albig, die ohnehin geringe Chancen weiter schmälern. Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein hat, bevor er das wurde, die Bundesländer für überflüssig erklärt. Für diese Position gibt es gute Argumente. Nur sollte man den Job dann vielleicht anderen überlassen. Albig riet Peer Steinbrück von der Kanzlerkandidatur ab. Zu Recht. Als es doch dazu kam, zeigte er sich begeistert. Etwas zu spät. Jetzt lobt er die Kanzlerin und rät seiner Partei zum Verzicht auf einen Kandidaten fürs Amt. Das bringt Schlagzeilen im Sommerloch. Wie immer, wenn jemand gegen die Parteilinie verstößt. Das Resultat ist der Eindruck von Uneinigkeit und Verzagtheit. Beides rückt die 30-Prozent-Schwelle für die SPD in noch weitere Ferne. Wer nicht an sich glaubt, an den glaubt mit gutem Grund auch kein anderer.

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