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Westfalenpost: Auf einem guten Weg Von Andreas Thiemann

Hagen (ots) - Auch wenn vielleicht der ganze große Durchbruch ausgeblieben ist - die Familiensynode im Vatikan war ein bemerkenswerter Erfolg. Einmal mehr ist das Papst Franziskus und seiner moderat-zielstrebigen Art zu verdanken. Und seinem Talent, in einem vermeintlich einfachen Satz komplexe Probleme aufzugreifen und zugleich in eine Lösungsrichtung zu schieben.

"Gott hat keine Angst vor dem Neuen" ist so ein typisches Franziskus-Wort, das seinen Gegnern mit einem Atemzug den Wind aus den Segeln nimmt. Mehrheitlich hat sich der Papst mit seinem Wunsch zur Öffnung gegenüber den katholischen Reizthemen Scheidung, Verhütung und Homo-Ehe schon bei den Bischöfen durchgesetzt, zur "qualifizierten" Zwei-Drittel-Mehrheit reichte es jetzt noch nicht.

Das war einerseits auch nicht nötig, andererseits vielleicht nicht einmal gewollt. Denn die eigentliche Entscheidungssynode folgt ja erst in nächsten Jahr. Hier galt es erst einmal Stimmungen auszuloten und auszusprechen, was bislang tabu war.

Offen sprechen und genauso offen zuhören, das war das Ziel dieser Zusammenkunft, und das ist gelungen. Der Vatikan hat sich damit vor aller Welt zu einer ganz neuen Debattenkultur bekannt. Darauf gilt es weiter aufzubauen. Es ist nichts weniger als die notwendige Voraussetzung für alles Weitere.

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