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Westfalenpost: Nna Grunsky zum leichstellungsbericht

Hagen (ots) - Gleich sein - das wollen viele Frauen gar nicht. Dem Beruf und der Karriere möchten sie nicht zeitlebens alles opfern, stattdessen für Partner, Kinder und betagte Eltern da sein. Das gehört zur Ehrlichkeit dazu, wenn man den Bericht des Statistischen Bundesamtes betrachtet und sich wundert, warum sich in den vergangenen Jahren trotz Förderprogrammen, Gleichstellungsbeauftragten und Quoten so wenig getan hat. Warum also noch immer wenige Frauen in Führungspositionen sind. Warum sie noch immer schlechter bezahlt werden.Das mag eine Erklärung sein, aber kein Grund. Denn wenn Frauen nicht bereit sind, rund um die Uhr für die Karriere zu arbeiten, täte die Berufswelt gut daran, dies nicht von ihnen zu verlangen und sich stattdessen neue Lösungen einfallen zu lassen, um qualifizierte Kräfte zu finden. Dann täte sie gut daran, Frauen bei Lohngesprächen nicht zu benachteiligen, nur weil sie männliche Verhandlungsrituale nicht beherrschen. Mag sein, dass Unternehmen und Verwaltungen noch genügend gute Männer bekommen. Der Fachkräftemangel wird sie zum Umdenken zwingen. Das hat man in der Medizin, mittlerweile eine Frauendomäne, längst erkennen müssen. Vielleicht aber hat die Politik auch stets zu sehr darauf gesetzt, Gleichstellung wie jetzt zum Beispiel mit dem Entgeltgleichheitsgesetz und der Frauenquote bei unwilligen Männern durchzudrücken. Vielleicht hätte sie in vergangenen Jahrzehnten nicht nur Mädchen fördern, sondern Jungen gleichberechtigt stärken müssen. Wenn diese nämlich in Familie, im Privatleben und im Beruf nicht mitziehen, wird es niemals klappen mit der Gleichberechtigung. Wenn aber Frauen verstärkt von Armut bedroht und auf Sozialleistungen angewiesen sind, müssen alle die Ungleichheit teuer bezahlen.

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