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Westfalenpost: Neue Offenheit

    Hagen (ots) - Guttenberg in Afghanistan Von Jörg Fleischer Der neue Verteidigungsminister beschwichtigt nicht, wie es sein glückloser Amtsvorgänger gern tat. Franz Josef Jung wollte vom Krieg in Afghanistan nichts wissen. Die Wahrheit war ein Tabu. Sein Nachfolger, Karl-Theodor zu Guttenberg, hat in nur wenigen Wochen einen neuen Ton angeschlagen. Im Zeichen seines Stils der Offenheit steht die Afghanistan-Reise des jungen Verteidigungsministers. Er nennt die Zustände am Hindukusch "vielerorts kriegsähnlich". Der Neue ist damit der Realität der Soldaten um einiges näher, als Franz Josef Jung es jemals war. Jetzt bietet sich die Chance, eine schonungslose, offene und ehrliche Afghanistan-Debatte zu führen. Zu Guttenberg scheint dazu jedenfalls in der Lage zu sein. Dabei muss es auch darum gehen, den richtigen Zeitpunkt für den Abzug der Soldaten zu finden. Dieser ist noch nicht gekommen. Es wäre töricht, überstürzt abzuziehen und so die Erfolge des Aufbaus am Hindukusch, die trotz aller Niederlagen da sind, zu gefährden. Doch die afghanische Regierung sollte wissen, dass sie nicht auf ewig mit der Hilfe des Westens rechnen kann. Ganz in diesem Sinne ist Nato-Generalsekretär Rasmussen zu verstehen, der kühn ein Datum in die Runde geworfen hat, zu dem Afghanistan für seine Sicherheit selbst verantwortlich sein soll: schon im nächsten Jahr! So wird es nicht kommen. Aber das Signal ist klar: Die Nato setzt auf Schocktherapie. Das Bündnis macht den Einstieg in den Ausstieg am Hindukusch offen zum Thema - und will so den korrupten Präsidenten Karsai zur Verantwortung zwingen.

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