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Westfalenpost: Signal: Weiter so Kein Kurswechsel unter neuem Bahn-Chef

    Hagen (ots) - Von Sven Nölting

    Wer sich von dem Führungswechsel bei der Bahn auch gleich einen Kurswechsel oder zumindestens einige neue Weichenstellungen erhofft hatte, der wurde doch ziemlich enttäuscht. Nachdem Rüdiger Grube am Vortag auf Schmusekurs mit den mächtigen Bahn-Gewerkschaften gegangen war, sagte der Neue am Steuer des Staatskonzerns gestern wohl genau das, was seine Fürsprecher in der Bundesregierung auch von ihm erwartet hatten. Natürlich muss Grube betonen, dass die Aufklärung der Datenaffäre für ihn oberste Priorität hat. Schließlich hat die Mitarbeiter-Bespitzelung sogar den zuvor so krisenfesten Vorgänger Mehdorn das Amt gekostet. Dass der bisherige Daimler-Manager den Service bei der Bahn verbessern will, werden die in dieser Hinsicht Leid erprobten Kunden gerne hören. Entscheidend aber ist, dass den Worten auch Taten folgen. Und sonst? Der neue Bahnlenker will Schienenverkehr und Gleisnetz als Einheit erhalten - wie Mehdorn. Will die Internationalisierung weiter vorantreiben - wie Mehdorn. Und will den Börsengang zunächst nicht weiter verfolgen - wie die Bundesregierung. Um Grubes Botschaft zu erkennen, wäre sein Loblied auf Vorgänger und "Vorbild" Mehdorn gar nicht nötig gewesen: "Weiter so" lautet das Signal. Vorerst sind unter Grube keine bahnbrechenden Neuerungen zu erwarten. Aber nach der Bundestagswahl dürfte der Streit über die Bahn-Privatisierung neu entflammen. Dann muss auch Grube Stellung beziehen.

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