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Westfalenpost: Um die Identität Die CDU vor ihrem Parteitag in Hannover

    Hagen (ots) - Von Winfried Dolderer

    Eines kann man schon sagen, bevor sich am Montag in Hannover die Christdemokraten versammeln: Soviel Ruhe vor einem Parteitag wie vor diesem hat selbst die CDU seit Jahren nicht erlebt. Ein akuter Grund zur Beunruhigung ist ja auch nicht erkennbar. Die Umfragen weisen die Union bislang als die Gewinnerin der großen Koalition aus. Die Kanzlerin und Parteichefin steht in nach wie vor ungetrübtem Ansehen. Die Zeiten, in denen sie um ihre Selbstbehauptung an der Spitze ringen musste, liegen bis auf weiteres hinter ihr. Die CDU ist auf Angela Merkel ausgerichtet. Deren Führungsanspruch wird nicht in Frage gestellt. Jene, die das früher gelegentlich taten, die Rüttgers, die Wulffs, werden sich auch die Lektion gemerkt haben, die ihnen die Partei vor einem Jahr bei der Vorstandswahl verpasst hat. Personalentscheidungen stehen in Hannover nicht an; auch das mag die Ruhe zum Teil erklären. Stattdessen geht es um die Identitätsfrage: Was ist heute christdemokratisch? Sie steht im Zentrum der Debatte um das neue Grundsatzprogramm. Sie bewegt die Partei, deren alte Gewissheiten durch den Wandel der Gesellschaft womöglich stärker erschüttert werden, als dies in anderen politischen Lagern der Fall ist, auch nicht erst neuerdings. Sie stellt sich verschärft in einer großen Koalition, in der der Zwang zum Kompromiss mit dem politischen Hauptgegner die Gemüter strapaziert. In Hannover werden sich die Christdemokraten darauf besinnen, was sie eigentlich wollten, wenn sie könnten, wie sie wollen. Sie werden ein Schaumbad nehmen, Marke "CDU-pur". Zum Wohlfühlen.

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