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NOZ: Gespräch mit Lüder Gerken, Vorsitzender des Centrums für Europäische Politik (CEP)

Osnabrück (ots) - Ökonom: Autofahrer sollen für CO2-Ausstoß zahlen

Freiburger Wirtschaftswissenschaftler Gerken plädiert für Einführung von Schadstoff-Zertifikaten - "Wer mehr fährt, zahlt auch mehr"

Osnabrück.- Autofahrer sollten beim Tanken künftig auch einen Preis für den Schadstoffausstoß zahlen müssen. Dafür spricht sich der Freiburger Ökonom Lüder Gerken aus. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag) plädierte er dafür, dass Mineralölunternehmen zum Kauf von Emissions-Zertifikaten verpflichtet werden und die Kosten an die Autofahrer weitergeben. Der Vorsitzende des Centrums für Europäische Politik (CEP) begründete seine Forderung mit Hinweisen auf den Klimaschutz. "Wer mehr fährt und dadurch mehr Kohlendioxid emittiert, benötigt mehr Zertifikate und zahlt demnach auch mehr. Die Emissionen würden zuverlässig gedeckelt, was gut für das Klima ist. Und es gäbe Anreize zum Benzin- und damit zum CO2-Sparen, was auch ökonomisch effizient ist." Gerken bedauerte, dass die jüngsten Reformvorschläge der EU-Kommission solche Regelungen leider nicht vorsähen. Er kritisierte, dass es zwar einen Emissionsrechtehandel (ETS) gebe, dieser aber nur für emissionsintensive Industrieanlagen und den Luftverkehr gelte. Er erfasse dadurch nur etwa die Hälfte des Schadstoffausstoßes in der EU. "Große Teile der Volkswirtschaft sind von ihm ausgenommen, insbesondere der Straßenverkehr und die Gebäudebeheizung." Für solche Bereiche hat die EU andere klimapolitische Vorschriften erlassen. Für Pkw-Motoren etwa gelten Emissionsobergrenzen pro Kilometer. "Das ist ziemlich ineffizient", kritisierte Gerken. Denn es komme für das Klima nicht nur auf die Emission pro Kilometer an, sondern auch auf die Zahl der gefahrenen Kilometer. "Es macht einen Unterschied, ob ein Auto 1000 oder 200 000 Kilometer im Jahr zurücklegt. Die EU-Vorgaben für Motoren machen eine verlässliche Emissionsbegrenzung wie beim ETS unmöglich." Eine einfache Lösung sei nun, den Autoverkehr in den Emissionsrechtehandel einzubeziehen. Dann würden Mineralölunternehmen Emissionszertifikate kaufen und die Kosten an die Autofahrer weitergeben.

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