Neue Osnabrücker Zeitung

NOZ: Gespräch mit Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks

Osnabrück (ots) - Kinderhilfswerk warnt vor Webcam im Kinderzimmer

"Große Risiken durch Younow" - Krüger: Verbote sind falsch

Osnabrück.- Das Deutsche Kinderhilfswerk hat dringend vor den Risiken gewarnt, die sich für Kinder und Jugendliche bei der Nutzung von Internetangeboten wie Younow ergeben. Es bestehe die Gefahr, dass deren Persönlichkeitsrechte oder Privatsphäre verletzt würden, sagte Präsident Thomas Krüger der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag). Bei Younow werden Kinder in ihrem Kinderzimmer von einer Webcam beobachtet, wobei sich Zuschauer direkt mit Kommentaren und Aufforderungen einschalten können.

Krüger nannte es falsch, mit generellen Verboten auf Internetangebote wie "Younow" zu reagieren. Wichtiger als reflexhafte Ablehnung dieser Plattformen sei eine digitale Strategie, um die Risiken zu mindern und zu beherrschen. Eltern sollten darauf achten, wie und welche Medienangebote ihre Kinder nutzen. Längst überfällig sei es auch, Medienbildung verbindlich als Teil der Fach- und Lehrkräfteausbildung sowie der schulischen und frühkindlichen Bildung zu verankern. "Hier besteht dringender Bedarf an einem fächerübergreifenden Konzept", sagte der Präsident des Kinderhilfswerks.

Er plädierte ferner für einen flächendeckenden und zeitgemäßen Jugendmedienschutz. Die Anbieter müssten dazu verpflichtet werden, eine transparente und verständliche Darstellung der Funktionen und Nutzungsbedingungen von Internetangeboten wie Younow zu liefern. Zudem sollte sichergestellt werden, dass Angebote wie Younow jüngeren Zielgruppen nicht zugänglich sind. "Altersbeschränkungen machen aber nur Sinn, wenn deren Einhaltung auch nachgeprüft werden kann", betonte Krüger.

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