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Neue OZ: Kommentar zu Biosprit

Osnabrück (ots) - Besser spät als nie

Als Anfang 2011 das neue E10 mit doppelt so viel Ethanol an die Tankstellen kam und die Verbraucher streikten, warf man ihnen Unwissenheit vor. Die Zurückhaltung habe mit völlig übertriebenen Ängsten vor Schäden an den Autos zu tun, schimpften Politiker und Vertreter der Wirtschaft über die dummen Bürger.

Die Verbraucher blieben aber auch noch zurückhaltend als feststand, dass die meisten Autos E10 vertragen. Denn bei der Entscheidung zwischen Teller und Tank verließen sie sich auf ihr Bauchgefühl. Und das sagte den Bürgern vor allem eins: Angesichts von 925 Millionen hungernder Menschen in der Welt sollten Lebensmittel nicht im Tank verheizt werden. Die Bundesregierung und jetzt auch die EU -Kommission haben für diese simple Erkenntnis mehrere Jahre und zahlreiche wissenschaftliche Studien gebraucht. Das spricht nicht für die Fachkompetenz in Brüssel und Berlin. Die jetzt offenbar geplante Kehrtwende kann eigentlich nur noch unter dem Motto "Besser spät als nie" positiv bewertet werden.

Einen netten und bleibenden Nebeneffekt hat die E10 Einführung in Deutschland eigentlich nur für die Mineralölwirtschaft: Das Normbenzin verschwand, als Ersatz zum E10 gibt es nur noch Super oder Superplus die Hochleistungssorten der jeweiligen Marke. Beide Alternativen sind wesentlich teurer. Dummer Bürger!

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