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Neue OZ: Kommentar zu Terrorismus
Sicherheit
Luftfracht

Osnabrück (ots) - Zu viele Schlupflöcher

Die Paketbomben aus dem Jemen haben die Angst vor dem Terror nach Deutschland zurückgebracht. Der Fund ist Anlass zur Sorge, aber kein Grund zur Hysterie. Denn auch diese Attacken islamistischer Fanatiker liefen ins Leere, weil der Informationsaustausch der Sicherheitsbehörden weltweit sehr gut funktioniert. Zugleich offenbart der Anschlagsversuch aber, dass der internationale Luftverkehr neun Jahre nach den Anschlägen vom 11. September immer noch anfällig ist. Offenbar hat sich die Politik zu sehr auf die Risiken fokussiert, die durch entführte Passagierflugzeuge drohen und darüber den Frachtverkehr vernachlässigt. Hier ist die Zahl der Schwachstellen größer als die der Gewissheiten.

Während sich Fluggäste vor dem Besteigen eines Fliegers genau durchleuchten lassen müssen, gelangt explosive Luftfracht vergleichsweise unbehelligt in den Bauch der Maschine. Es gibt zu viele Schlupflöcher. Sie zu schließen, ist im Zeitalter des globalen Frachtverkehrs freilich keine leichte Aufgabe. Allein die Post-Tochter DHL fertigt am Drehkreuz Leipzig jede Nacht 50 Flugzeuge mit mehr als 1000 Tonnen Fracht ab. Eine möglichst effektive Kontrolle des Massengeschäfts wird nur automatisiert gelingen. Durch eine hochmoderne Sicherheitstechnik, die Pakete durchleuchtet und dabei Sprengstoffe aller Art aufspürt. Die Polizei kann diese Kontrollen nur flankieren: Mit regelmäßigen, unangemeldeten Stichproben bei Frachtunternahmen und an Flughäfen.

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