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Neue OZ: Kommentar zu Prozesse
Amoklauf
Winnenden

Osnabrück (ots) - Frage der Verantwortung

Noch immer herrschen Trauer, Wut und Fassungslosigkeit unter den Angehörigen der Opfer des Amoklaufs von Winnenden. Dass sie eine Erklärung für die schreckliche Tat wollen und eine Entschuldigung vom Vater des Amokläufers Tim K. erwarteten, ist nur menschlich. In dem Angeklagten ebenfalls ein Opfer zu sehen, das einen Sohn verloren hat, fällt in einer solchen Situation schwer. Sein Sohn ist zu einem mehrfachen Mörder geworden. Die Frage nach dem Warum drängt sich allen Hinterbliebenen auf. Auch - oder gerade - den Eltern von Tim K. Allerdings: Mit viel Verständnis der Opfereltern können sie nicht rechnen.

Eine solche Tat zu begreifen ist kaum möglich. Dass der Vater die mehrfachen Morde seines Sohnes hätte voraussehen müssen, wie von der Staatsanwältin angesprochen, erscheint fraglich. Eine nicht weggeschlossene Waffe ist eine Sache - wenn auch grob fahrlässig. Aber war das wirklich die entscheidende Voraussetzung dafür, dass 16 Menschen starben? Diesen Zusammenhang gilt es herauszufinden. Eins steht jedoch jetzt schon fest. Waffen in Privathaushalten sind ein Risiko. Mag Deutschland auch eines der schärfsten Waffengesetze besitzen - jedem muss klar sein, dass es nur greift, wenn man sich auch daran hält.

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