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Neue OZ: Kommentar zu Afghanistan
Konflikte

Osnabrück (ots) - Versagen der Politik

NATO-Generalsekretär Rasmussen spricht Unglaubliches gelassen aus. Die internationale Gemeinschaft habe den Einsatz am Hindukusch unterschätzt, sagt er. "Der Preis, den wir zahlen müssen, ist viel höher als erwartet." Heißt das, dass die Regierungen von Washington bis Berlin zu dumm waren, die Bedrohungen durch die Taliban richtig einzuschätzen? Oder logen sie bewusst, als sie ihre Siegeshymnen über Jahre angestimmt haben, um das Wahlvolk zu täuschen? Oder warum haben Kabinette wie das von Kanzlerin Merkel alle Warnungen vor einer drohenden Niederlage nicht ernst genommen, die Existenz eines Krieges verneint und offenbar wissentlich die Lageberichte der Generäle ignoriert?

Fest steht: Rasmussen hat nicht recht, wenn er von "wir" spricht: Weder die Regierungschefs noch die Verteidigungsminister müssen einen höheren Preis zahlen. Es sind die deutschen und alliierten Soldaten, die am Hindukusch den Kopf für das Versagen der politischen Führungen in den westlichen Hauptstädten hinhalten müssen. Die Schönfärberei des Einsatzes hört aber nicht auf: So schwadronierte Außenminister Westerwelle darüber, dass bereits im kommenden Jahr mit dem Rückzug der Bundeswehr-Truppen begonnen werden könnte. US-Präsident Obama hatte diese Perspektive zwar auch genannt, aber deren Verwirklichung zumindest an Bedingungen geknüpft. In Wahrheit aber stehen der NATO noch kriegerische Jahre bevor.

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