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Westfalenpost: Denkverbote helfen nicht

    Hagen (ots) - Debatte über Rente mit 67 Von Lorenz Redicker Der Proteststurm war so laut wie erwartbar. In die Rente mit 67 ist das Land noch gar nicht eingestiegen - der DGB fordert aktuell deren Rücknahme - da tritt die Bundesbank für die Rente mit 69 ein. Sind die verrückt geworden in Frankfurt? Nein, keineswegs. Die Bundesbank empfiehlt das höhere Rentenalter nicht jetzt, sondern in 50 Jahren - in ferner Zukunft also. Die Kritiker von heute werden das meist nicht mehr erleben, betreffen wird es sie schon gar nicht, auch wenn mit dem Einstieg in ein höheres Rentenalter selbstredend deutlich vor 2060, vielleicht 2040 oder 2045, begonnen werden müsste. Politische Konsequenzen aus der Modellrechnung der Bundesbank stehen also nicht an. Die Debatte darüber muss aber erlaubt sein, zumal in der Wissenschaft - auch und gerade, wenn es um ein so sensibles Thema wie die Rente geht. Denn die kann nur sichern, wer langfristige Entwicklungen im Auge behält. Nur nebenbei: Dass dies bei den Rentenpolitikern dieser Tage der Fall wäre, darüber sind Zweifel leider mehr als berechtigt. Fakt ist: Wenn die Lebenserwartung weiter steigt - und eigentlich alle Experten gehen davon aus - kann die Rente mit 67 nicht das letzte Wort sein. Die berücksichtigt nur die steigende Lebenserwartung bis ins Jahr 2035. Selbst ein ungeahnter Babyboom könnte dem Rentensystem nur ein wenig helfen. Ob dann irgendwann die Rente mit 69 kommt oder mit 68 oder aber ein flexibler Renteneintritt, darüber muss die Politik zu gegebener Zeit, in 20, 30 Jahren, jedenfalls aber rechtzeitig, entscheiden. Denkverbote helfen bis dahin nicht weiter.

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