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Neue OZ: Kommentar zu Kultur
Oper
Holender

Osnabrück (ots) - Vorhang auf für das Sommertheater

Holender kürzt Barenboim die Orchesterstellen weg: Das wäre eine kulturpolitische Schlagzeile ersten Ranges - und ein Ausbruch an offener Rivalität, der selbst zum Opernstoff taugte. Der ehemalige Intendant der Wiener Staatsoper eröffnet mit seinem Verriss eine Festspielsaison der ganz eigenen Art. Die Bühne: das Sommertheater der Kultur. Natürlich weiß Holender um die Polemik seiner Kritik. Ihm ist bewusst, dass sich gerade die Kunstform Oper niemals auf Maße des ökonomisch Vernünftigen reduzieren lässt. Oper ist schon als Kunstform extrem. Wie soll sie da als nüchternes Rechenexempel funktionieren?

Allerdings muss die Berliner Opernsituation selbst einen Profi wie Holender zur Verzweiflung getrieben haben. Seine Kritik wirkt wie eine Abrechnung mit einer als unlösbar erscheinenden Situation. Zugleich bedient der Doyen der Impressarios den Wettstreit der Opernstandorte um ein zahlungskräftiges Reisepublikum. Holender ist sich bewusst, dass diese Konkurrenz in Zukunft eher noch härter werden wird. Während öffentliche Zuschüsse schwinden, wird der Verkauf teurer Tickets immer wichtiger. Dies gilt auch für Festivalstandorte. Holender macht nun indirekt Daniel Barenboim zur Zielscheibe - weil der so erfolgreich ist? Gleichviel. Oper ist auf jeden Fall wie das richtige Leben: chaotisch und voller Konkurrenz.

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