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Neue OZ: Kommentar zu Fenster für Kölner Kirche von Markus Lüpertz

Osnabrück (ots) - Heiligenschein

Kehrt die Kunst in jene Sphäre zurück, von der sie sich einst emanzipieren musste? Oder okkupiert sie den Kirchenraum nur als weitere Bühne für ihre expandierende Aktivität? Das Verhältnis von Kunst und Kirche ist eine Hassliebe - und beruht zugleich auf gar nicht so geheimen Entsprechungen. Markus Lüpertz fügt dieser Konstellation mit seinen Glasfenstern eine weitere Lesart hinzu.

Und die führt in die fatale Nähe zu kirchlichen Erwartungen. Lüpertz feiert mit gegenständlichen Bildern, was er feiern soll. Sein Konkurrent Gerhard Richter zierte den Kölner Dom mit abstraktem Farbspiel. Kardinal Meisner blieb der Einweihung dieser Werke demonstrativ fern, nun segnet er Lüpertz' Arbeiten. Bekommt der Malerfürst da Beifall von der falschen Seite? Lüpertz wird es recht sein. Der Kirchenmann spendet ihm den Segen, den er vom Kunstbetrieb kaum noch bekommt. Gleichviel. Heiligenschein ist Heiligenschein.

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