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Neue OZ: Kommentar zu Bundespräsident
Nachfolge
Wulff

Osnabrück (ots) - Es geht immer um Macht

Schon kurz nachdem Christian Wulff (CDU) für die Nachfolge des an Amt und Aufgabe gescheiterten Bundespräsidenten Horst Köhler nominiert wurde, hat das politische Hickhack begonnen. Überraschend schnell hatten sich CDU, CSU und FDP auf den niedersächsischen Ministerpräsidenten geeinigt. Öffentlich zur Schau gestellte Harmonie im Berliner Regierungslager, welch ungewohnte Erfahrung.

Wulff, der Merkel jetzt nicht mehr als CDU-Kanzlerkandidat gefährlich werden kann, ist kein Konsenskandidat. In der Bundesversammlung wird es eine Kampfabstimmung zwischen bis zu fünf Bewerbern geben. SPD und Grüne haben dabei mit Joachim Gauck einen höchst integren ehemaligen DDR-Bürgerrechtler aufgeboten. Der hat sich erfrischend als Realist geäußert. Seine Chancen bezeichnete er angesichts der klaren Mehrheit für Schwarz-Gelb in der Bundesversammlung als gering. Er sei weder Rot noch Grün, sondern Joachim Gauck. So äußert sich nur einer, der über dem parteipolitischen Klein-Klein steht. Als Zählkandidat ist Gauck eigentlich viel zu schade. Aber er weiß, was er tut. Wenn SPD und Grüne jetzt mit Krokodilstränen einem gemeinsamen, parteiübergreifenden Kandidaten nachweinen, ist das scheinheilig. Auch bei der Besetzung des höchsten repräsentativen Amtes der Republik geht es immer um politische Macht. Das ignorieren natürlich gerne diejenigen, die die Macht gerade nicht haben.

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