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Neue OZ: Kommentar zu Affären
Kirchen
Missbrauch
Zollitsch

Osnabrück (ots) - In der Krise

Nicht nur die Politik erlebt nach spektakulären Rücktritten derzeit eine Vertrauenskrise, es gibt sie weiter auch in der katholischen Kirche. Die Skandale wegen sexuellen Missbrauchs durch Priester erschüttern in Deutschland Bistümer und Orden seit Monaten. Nun steht ausgerechnet der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz unter Verdacht.

Vehement kämpft Robert Zollitsch dafür, alle Vorfälle aufzuklären, künftige zu verhindern und die Opfer im Blick zu haben. Seit Wochen wirkt er wegen der schweren Aufgabe als Krisenmanager gesundheitlich angeschlagen - und nun kommt noch der Vorwurf, er habe vor mehr als 20 Jahren einen vorbelasteten Pater angestellt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen der Beihilfe zum Missbrauch. Doch das ist noch lange kein Beweis dafür, dass an den Vorwürfen etwas dran ist.

Dass der Erzbischof überhaupt unter Verdacht geriet, hat viel damit zu tun, dass er zuvor zwei Jahrzehnte lang Personalchef in Freiburg war, dem zweitgrößten deutschen Bistum hinter Köln. Fraglich ist aber, ob Zollitsch in diesem Fall überhaupt zuständig war. Und auch für ihn hat die Unschuldsvermutung zu gelten. Die Staatsanwaltschaft sollte die Vorwürfe rasch klären.

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