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Neue OZ: Kommentar zu Amerell
DFB

Osnabrück (ots) - Sieger im Rosenkrieg

Rosenkriege haben eigentlich keine Sieger. Manfred Amerell darf sich trotzdem als einer fühlen, nachdem das Verfahren gegen ihn eingestellt wurde. Monatelang haftete dem einstigen Schiedsrichterobmann der Ruf eines sexuellen Nötigers an. Sogar im TV hatte sein ehemaliger Zögling Michael Kempter berichtet, wie er von dem 63-Jährigen unsittlich berührt und unter Druck gesetzt worden war. Von diesem Vorwurf ist Amerell nun reingewaschen.

Sexuelle Kontakte zu dem jungen Schiedsrichter hatte er nie geleugnet, doch einvernehmlich seien sie gewesen. Ein dicker Ordner voller SMS und Mails aus Kempters Tastatur hat die Staatsanwaltschaft von dieser Version überzeugt. Den gleichen Aktenberg hatte Amerell auch an den DFB geschickt - dort war er jedoch auf wenig Interesse gestoßen. Schon früh hatte DFB-Präsident Theo Zwanziger sich auf die Seite von Kempter geschlagen. Ohne Zweifel hatte der Schiedsrichterobmann sich pflichtwidrig verhalten - sein Amt musste er abgeben, zum Täter macht es ihn nicht.

Diesen Unterschied hätte der DFB erkennen müssen. Eine Liebesbeziehung aber zogen die hohen Fußball-Herren nie in Erwägung. Beim Thema Homosexualität in den eigenen Reigen verschließt offenbar auch der selbst ernannte "Tabubrecher" Zwanziger lieber die Augen. Früh knüpfte er seinen Verbleib im Amt an den Ausgang der Affäre. Im Rosenkrieg der Referees droht ihm neben Kempter nun die Rolle des Verlierers.

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