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Neue OZ: Kommentar zu Bundeswehr
Zivildienst
Wehrpflicht

Osnabrück (ots) - Lauter ungelöste Probleme

Was mag der Schlusspunkt dieser Entwicklung sein - ein Wochenendseminar zum Thema "So baue ich mein Gewehr zusammen" oder "So leere ich eine Bettpfanne"? Dass das Kabinett kürzere Wehr- und Zivildienstzeiten billigt, war klar. Dass damit aber keine grundsätzlichen Probleme gelöst werden, ebenso. Die Frage bleibt, ob die Wehrpflicht nicht längst eine virtuelle Größe ist: Theoretisch müsste jeder ran, praktisch aber werden die Ausnahmen immer umfangreicher und die Ausgemusterten immer zahlreicher - mehr als die Hälfte der jungen Männer macht keinen der möglichen Dienste. Von Wehrgerechtigkeit kann also kaum die Rede sein. Eine grundsätzliche Entscheidung zu diesem Thema wird mit der Dienst-Verkürzung weiter aufgeschoben.

Noch ein ungelöstes Problem: Mit den Zivildienstleistenden hat sich eine Gesellschaftsgruppe entwickelt, deren große Bedeutung in ihren Anfängen vor knapp 40 Jahren niemand vorausgesehen hat. Bis zu 20 Monate taten Zivis zeitweise ihren Dienst in sozialen Einrichtungen: eine Stütze, die mit dem kümmerlichen Rest von einem halben Jahr faktisch entfällt. Das Gesetz kann nur als Zwischenschritt gewertet werden - auf dem Weg zu dem Tag, an dem sich jemand traut, die Wehrpflicht auszusetzen und die Arbeit in sozialen Einrichtungen finanziell aufzuwerten.

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