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Neue OZ: Kommentar zu Jemen
Geisel

Osnabrück (ots) - Kleines Wunder

Es mutet wie ein kleines Wunder an. Fast ein Jahr dauert das Geiseldrama im Jemen bereits an. Dass jetzt zwei kleine Mädchen der entführten Familie aus Sachsen gerettet werden konnten, war angesichts des blutigen Chaos in dem Armenhaus Arabiens alles andere als wahrscheinlich.

Das von Stammesfehden zerrissene Land ist zugleich Hochburg der Terrororganisation El Kaida. Die schwache Zentralregierung führt Offensiven gegen Osama bin Ladens Anhänger und schiitische Rebellen im Norden. Welche Rolle Saudi-Arabien bei der Rettungsaktion in der Krisenregion gespielt hat, bleibt unklar. Wurde Lösegeld gezahlt oder die Geiseln gewaltsam befreit? Fest steht: Das Königshaus in Riad erweist sich in dieser Notsituation als verlässlicher Partner Deutschlands.

Möglicherweise schütteln hierzulande manche über die entführte Familie aus Sachsen den Kopf: Wie konnte der Vater seine Frau und drei Kinder in eine solche Gefahr bringen? Zumal er in dem streng muslimischen Land offenbar versucht hat zu missionieren. Diese Fragen verbieten sich aber angesichts der Todesgefahr, in der die Geiseln schweben. Sie und ihre Angehörigen verdienen größtes Mitgefühl und Solidarität. Zudem: Zu helfen und aus der Bibel zu predigen ist kein Verbrechen. Die alleinigen Schuldigen sind diejenigen, die Familien mit Kleinkindern entführen und junge Frauen kaltblütig ermorden. Jemen will gegen Fanatiker stärker vorgehen. Dabei sollte Deutschland die Regierung langfristig unterstützen.

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