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Neue OZ: Kommentar zu Ägypten
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Osnabrück (ots) - Vor allem indirekt

Falsch wäre jede Erwartung, die indirekten Friedensgespräche zwischen Israelis und Palästinensern zielten auf Frieden. Leider geht es vielmehr um die Nebenwirkungen.

Für Israels Betonrührer-Koalition zählt zunächst, die auf Frieden drängenden USA milde zu stimmen, letztlich aber, weiter auf Zeit zu spielen. Reden und gleichzeitig Land nehmen - das funktioniert schließlich glänzend: Die Zahl der Siedlungen außerhalb israelischen Staatsgebiets wurde seit 1993 verdreifacht. Je weiter Israel diese Politik treibt, desto schwieriger wird es, einen lebensfähigen Palästinenserstaat zu schaffen. Also das logische Kernstück einer arabisch-israelischen Normalisierung.

Nicht besser auf der Gegenseite: Das größte Interesse der Fatah richtet sich darauf, dass ihr Regierungschef Salam Fajad im Indirekt-Dialog mit der Regierung Netanjahu schlecht aussieht. Denn er wird vielen Funktionären zu mächtig. Die in Gaza herrschende Hamas verweigert sich. In der zynischen Erwartung, dass fruchtlose Gespräche der Rivalin Fatah den eigenen Ruf als Siegelwahrerin der palästinensischen Sache stärken.

Nicht zuletzt: Arabische Staaten zeigen unverschämt großes Interesse am Status quo. Weil er Israel unter Druck belässt und die Palästinenser in der Rolle einer Manövriermasse. Dem kommt ein indirekter Dialog, der den Unwillen beider Seiten zum Frieden entlarvt, direkt zupass.

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