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Neue OZ: Kommentar zu Kabinett
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Osnabrück (ots) - Ankunft in der Realität

Freiwillige vor: Mit seiner Aufgabe, jungen Menschen unabhängig von ihrer sozialen und ethnischen Herkunft gleiche Chancen in Schule und Beruf zu verschaffen, ist der Staat nachweislich überfordert. Diese Realität erkennt Bildungsministerin Schavan mit ihren Plänen zur Bestellung sogenannter Berufslotsen endlich an. Und die Not ist groß, denn jeder dritte der neuen Lotsen soll ehrenamtlich arbeiten.

Diese Idee zur Hilfe für benachteiligte oder lernschwache Jugendliche wird schon jetzt vielerorts erfolgreich umgesetzt, allerdings ohne offizielles Regierungsprogramm und Geld aus öffentlichen Kassen. So ist zum Beispiel das Coaching von Lehrstellensuchenden bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen durch freiwillige Helfer weit verbreitet.

Doch eine langfristige, umfassende Betreuung vom siebten Schuljahr bis zum Abschluss einer Berufsausbildung lässt sich auf dieser Basis kaum sicherstellen. Deshalb ist finanzielle Unterstützung notwendig; und die ist nach Schavans Plänen mit rund 12500 Euro je "Problemschüler" sogar recht beachtlich. Anders sieht es mit der vorgesehenen Zahl der Berufslotsen aus. Jeder soll im Schnitt 19 "Fälle" betreuen. Weil es sich dabei durchweg um "Pflegebedürftige" handelt, könnten sich besonders die ehrenamtlichen Senior-Lotsen schnell überfordert fühlen.

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