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Neue OZ: Kommentar zu Parteien
Aschermittwoch

    Osnabrück (ots) - Hohe Zeit fürs Fasten

    Gnadenloser hätte CSU-Grande Horst Seehofer seine Verachtung nicht ausdrücken können: "Das ist kein Tsunami, das ist nur eine Westerwelle", stutzt er "Freund Guido" rüde zurück. Solche Freunde und ein solcher Aschermittwoch verhageln dem FDP-Chef die Strategie - spitzt er die Hartz-Debatte doch mit dem Kalkül zu, vor der Nordrhein-Westfalen-Wahl die Truppen zu sammeln und sich als Statthalter der Leistungsträger zu profilieren.

    Hohn und Spott gehören zum fragwürdigen Ritual in Bierzelten. Da holzt ein CSU-Generalsekretär monatelang gegen die Blau-Gelben. Schlagen die aber zurück, ruft der Aggressor zur Mäßigung auf. Da wünscht sich der christsoziale Querulant Seehofer von der geschmähten FDP mehr Gelassenheit. Der Brandstifter ruft die Feuerwehr - so viel Scheinheiligkeit erinnert an die Zeiten des Franz-Josef Strauß, die viele überwunden glaubten. Leider ist das nicht so.

    SPD-Vormann Sigmar Gabriel und Westerwelle knüpfen an das Strauß'sche Aufheizen locker an. Ob es sich auszahlt? Dicke Fragezeichen! Viele Gering- und Normalverdiener teilen Westerwelles Ansicht, dass der Arbeitende mehr haben muss als der, den der Staat alimentiert. Maßlosigkeit schätzen sie nicht, wie der FDP-Umfrageabsturz belegt. Hohe Zeit für eine verbale Fastenkur, bitte für alle und länger als sieben Wochen.

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