Neue Osnabrücker Zeitung

Neue OZ: Kommentar zu Kirchen
Ökumene

    Osnabrück (ots) - Ein Eigentor

    Hämische, überhebliche, im Ton flapsige Kritik direkt aus dem Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an der katholischen Kirche - umgekehrt ist so etwas bisher nicht bekannt. Der ehrgeizige Theologe Thies Gundlach hat damit ein Eigentor geschossen.

    Die Entschuldigung der EKD wegen des internen Thesenpapiers war daher angebracht. Zugleich ist es gut, dass die Bischöfe beider Kirchen versucht haben, bei ihrem Krisen- und Spitzentreffen die Verstimmungen direkt zu beseitigen. Das war auch nötig, weil gegenseitiges Misstrauen, Differenzen und Enttäuschungen über den umstrittenen, undiplomatischen Text hinaus fortbestehen.

    So erfolgreich das Gespräch auch ausgegangen ist: Es gibt Stillstand in der Ökumene, der sich nicht mit schönen Worten wegreden lässt. Katholiken werfen der Protestanten-Spitze seit Längerem Profilierungssucht vor - die evangelische Seite wiederum fühlt sich nicht nur durch Schreiben aus Rom brüskiert. Um Inhalte müssen beide Seiten weiter ringen.

    Und mit Spannung kann man in ökumenischer Hinsicht auf zwei kirchenpolitisch wichtige Ereignisse blicken: auf die Wahl des neuen Ratsvorsitzenden der EKD Ende Oktober und auf den Ökumenischen Kirchentag Mitte Mai 2010 in München.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: 0541/310 207

Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Neue Osnabrücker Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren: