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Neue OZ: Kommentar zu China
Buchmesse

    Osnabrück (ots) - Diplomatie ist ein schwieriges Geschäft, wie der hochsensible Frankfurter Eiertanz gezeigt hat. Manche Politiker wie Oberbürgermeisterin Petra Roth scheinen sie mit Demonstration von Stärke zu verwechseln. Das hätte leicht schiefgehen können. Denn miteinander ins Gespräch zu kommen, auch ohne echte Verständigung, ist allemal besser als verhärtetes Schweigen.

    Mit seinen Entschuldigungen hat Juergen Boos ein entschiedenes Stück Diplomatie bewiesen: Beide Seiten, chinesische Dissidenten und Offizielle, haben sich so weit respektiert gefühlt, dass sie noch an der Tagung teilnehmen konnten. Denn sosehr uns das Niederbügeln individueller Meinungen in China empören mag: Ohne den ernsthaften Versuch, sich mit den Haltungen der chinesischen Regierung auseinanderzusetzen, wird es keinen Dialog geben. An dem sind die Chinesen vermutlich sehr wohl interessiert. Mehr noch: Indem China Gastland bei der Buchmesse ist, lässt der sich gar nicht verhindern. Zumindest würde es China freuen, wenn sich die Welt schwer von seiner Literatur beeindrucken ließe. Literatur aber ist selten nur linientreu.

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