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Neue OZ: Kommentar zu Ausstellungen
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    Osnabrück (ots) - Winzlinge für das große Historien-Kino

    So niedlich war das Gemetzel noch nie. Im Jahr der Varusschlacht entdecken Kuratoren ihren Faible für Spielzeugfiguren und Schlachtfelder en miniature. Der Hang zum Kleinstformat ist verräterisch: Mit den Sushi-Kriegern soll handhabbar werden, was sich nicht nur griffiger Überschau, sondern überhaupt jeder bildlichen Vorstellung weitgehend entzieht. Aber erzeugen solche Formate nicht falsche Niedlichkeit?

    Die Bonner sind damit nicht allein. In Haltern marschieren Playmobil-Legionäre, in Kalkriese windet sich der römische Heerestross in der Tischvitrine. Bei aller Freude an der fleißigen Figurenbastelei - gut gemeinte Museumsdidaktik schlägt hier in ihr Gegenteil um. Die Armeen aus lauter Winzlingen öffnen nicht nur den Blick für die Dimension des Ereignisses, sie verstellen auch die Imagination des Besuchers. Der Trend ist klar: Das fragmentarische Fundstück genügt nicht mehr in Ausstellungen, die auch großes Historien-Kino sein sollen.

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