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Neue OZ: Kommentar zu SPD

    Osnabrück (ots) - Böses Omen

    Welcher Unglücksrabe hat hier Regie geführt? Ausgerechnet am Ufer eines brandenburgischen Sees präsentiert SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier seine Mannschaft für die Bundestagswahl. Nur wenige Kilometer entfernt am Schwielowsee war vor einem knappen Jahr der damalige Parteivorsitzende Kurt Beck baden gegangen. Böses Omen, dass Steinmeier dasselbe Schicksal ereilt?

    So sehr sich der Merkel-Herausforderer vor der havelländischen Kulisse um Fassung und Aufbruchstimmung bemüht: Für die SPD geht es derzeit nur noch um Schadensbegrenzung. Seit Monaten verharrt sie bei Werten rund um 25 Prozent. Gelingt es dem Kandidaten, die Genossen in eine Große Koalition zu retten, ist er schon fein heraus.

    Erst hatte er kein Glück, dann kam noch Pech dazu - eine platte Weisheit, die Steinmeiers unselige Lage beschreibt: Will er im Juni auf dem letzten Parteitag vor der Bundestagswahl punkten, vermasselt ihm ein desaströses Abschneiden bei der Europawahl den Auftritt. Nun verpatzt SPD-Ministerin Ulla Schmidt einen kraftvollen Endspurt, weil sie in den Spanienurlaub die Dienstlimousine mitnimmt.

    Ob ein üppiges Wahlkampfteam den Verdruss der Wähler mildert, ist fraglich. Es sieht so aus, als müsste Steinmeier auf ein Wunder oder aber den Mitleidseffekt hoffen.

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