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Neue OZ: Kommentar zu Pakistan

    Osnabrück (ots) - Schwacher Präsident

    Pakistan, die wankende Atommacht, ist noch nicht in die Hände von Taliban und Kaida gefallen. Doch die Gefahr besteht. Im Swat-Tal konnten die Regierungstruppen zwar die Extremisten zurückschlagen, aber mit dieser Schlacht ist der Zermürbungskrieg noch längst nicht gewonnen.

    Die Freilassung des wahrscheinlichen Drahtziehers der Anschläge in der indischen Metropole Mumbai oder die Massenentführung von Schülern sind zwei von unzähligen Beispielen für die mangelnde Durchsetzungskraft der politischen Führung in Islamabad. Präsident Asif Ali Zardari, Witwer der von den Taliban ermordeten Benazir Bhutto, ist kaum zuzutrauen, das Chaos in den Griff zu bekommen. Zunächst versuchte er in einem Anflug von Naivität, die Taliban mit Friedensverträgen zu beschwichtigen. Der Präsident erlaubte gar die Einführung der Scharia im Swat-Tal, damit angebliche Ehebrecherinnen gesteinigt werden. Erst als die Extremisten 100 Kilometer vor seinem Amtssitz standen, gab er dem Drängen der Militärs nach. Der Gegenschlag wird aber nicht ausreichen, die Taliban zu zerschlagen. Dafür mangelt es an Truppen, Willen und humanitärer Hilfe.

    Der Westen muss Pakistan stärker unterstützen und bedenken: Im Anti-Terror-Kampf zählen Investitionen in Bildung und in die wirtschaftliche Zukunft der jungen Bevölkerung zu den stärksten Waffen.

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