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Neue OZ: Kommentar zu Mai-Krawalle
Lafontaine

    Osnabrück (ots) - Krise in den Köpfen

    Warnungen vor sozialen Unruhen haben Konjunktur angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise. Die friedlichen Demonstrationen am 1. Mai liefern aber keinen Beleg. Die Gewaltexzesse militanter linker und rechter Krawallmacher ebenfalls nicht. Sie deuten eher auf eine besorgniserregende Krise in so manchen Köpfen hin.

    Nicht nur in denen der skrupellosen Täter, sondern auch bei Biedermännern. Etwa dem Berliner Innensenator Körting, der das Brutalo-Potenzial in der Hauptstadt sträflich unterschätzt hatte und seine Polizisten so zu Freiwild werden ließ. Und der anschließend mit hilflosen Erklärungen und seinem unsäglichen Vergewaltigungsvergleich das eigene Versagen zu kaschieren versuchte.

    Oder bei Links-Frontmann Lafontaine. Dass er, dessen Partei angeblich Erklärungen für und Mittel gegen die Wirtschaftskrise parat hat, ohne bislang davon zu profitieren, soziale Unruhe im Lande verspürt, ist weder überraschend noch ganz falsch.

    Alarmieren muss jedoch, wenn Lafontaine indirekt auch mit der Entführung und dem Einsperren von Managern in Frankreich sympathisiert. So wird der Biedermann zum Brandstifter. Denn die Wege sind kurz vom "gewaltlosen" Einsperren zum Steinewurf, zum Brandanschlag, zu Übergriffen. Wer hier Grauzonen schafft oder auch nur zulässt, droht sich schuldig zu machen.

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