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Neue OZ: Kommentar zu Thüringen
Althaus

    Osnabrück (ots) - Keine Schonung

    Dieter Althaus schont sich nicht: Mit einem Termin-Marathon nimmt der thüringische Ministerpräsident heute seine Geschäfte auf. Andere sollten ihn auch nicht schonen. Keiner hat den CDU-Politiker gezwungen, das Amt zu behalten und zur Landtagswahl im August erneut anzutreten, nachdem durch seine Schuld eine mehrfache Mutter beim Skifahren starb.

    Besondere Rücksicht sollte Althaus also weder von der Opposition noch vom Wähler erfahren. Im Gegenteil: Auch wenn es ein Unfall war, hätte der Politiker sich für eine Vorbildrolle entscheiden und das Amt ruhen lassen können. Er ist jung genug - einen dauerhaften Abschied von politischen Spitzenposten hätte es nicht bedeuten müssen. So aber drängt sich der Eindruck auf, Althaus klebe mit aller Macht an der Macht. Trotz des Urteils gegen ihn, trotz der Ungewissheit über Art und Schwere der eigenen Verletzung, trotz der langen Phase der Abwesenheit.

    Sorgsam inszenierten er und seine Frau die Rückkehr durch gezielte Interviews, in denen seine Dynamik gerühmt wurde. Wie es damit wirklich steht, muss Althaus nun beweisen - zumal die Zeit der Genesung überdeckte, welche politischen Probleme im Land bestehen. Die absolute Mehrheit scheint grandios verspielt zu sein, selbst mit der FDP im schwarzen Boot liegt Rot-Rot in Umfragen vorn. Vielleicht wird sich Althaus schon bald wünschen, er hätte die Auszeit doch genommen.

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