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Neue OZ: Kommentar zu Umwelt
Abfall
NABU

    Osnabrück (ots) - Verteufeln hilft nicht

    Der NABU hat uneingeschränkt recht, wenn er sich für noch mehr Müllvermeidung und Recycling statt Verbrennung ausspricht und eine Wegwerf-Mentalität kritisiert. Wer aber mit dem Argument des Umweltschutzes den Bau neuer Müllverbrennungsanlagen ablehnt, liefert keine vollständige Sicht zu diesem vielschichtigen Thema.

    In den Achtzigerjahren galten Müllverbrennungsanlagen als Symbol für die Vergiftung der Umwelt. Seitdem haben sie sich technisch enorm weiterentwickelt. Sie stinken nicht mehr zum Himmel. Die Emissionen von Schadstoffen sind drastisch zurückgegangen, und in weltweitem Maßstab zählt Deutschland zu den Ländern mit den schärfsten Grenzwerten. Aus globaler Sicht hätte es daher sogar Vorteile, wenn Müll in der Bundesrepublik verbrannt und nicht in anderen EU-Ländern als unbehandelter Abfall auf Deponien landen oder in die Landschaft gekippt würde.

    Problematisch ist dabei Mülltourismus über weite Strecken. Er wird verringert, wenn in der Bundesrepublik und der übrigen EU weitere Verbrennungsanlagen nach deutschem Maßstab entstehen, die eine ortsnahe Entsorgung ermöglichen. Hier gilt es abzuwägen und nüchtern eine Ökobilanz zu erstellen. Eine reine Verteufelung der Verbrennungsanlagen hilft aber nicht weiter.

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