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Deutsche Aidshilfe unterstützt Bündnis gegen die elektronische Gesundheitskarte - Appell an den Deutschen Ärztetag

Erkrath (ots) - Auch die Deutsche Aidshilfe unterstützt jetzt das Bündnis "Stoppt die eCard": "Durch die elektronische Gesundheitskarte darf kein gläserner Patient entstehen", warnt Sylvia Urban, Vorstand der Organisation: "Meine Daten gehören zu mir als Mensch, und nicht auf Server irgendwo im Internet", fordert sie im Vorfeld des 111. Deutschen Ärztetages in Ulm. Die elektronische Gesundheitskarte ist dort eines der zentralen Themen.

Auf dem Ärztetag des vergangenen Jahres hatten die Delegierten die elektronische Gesundheitskarte abgelehnt - wie auch schon mehrere Landesparlamente der Ärzte zuvor. "Trotzdem werden die Arbeiten vorangetrieben, Ministerin Ulla Schmidt und die Führung der Bundesärztekammer ignoriert die demokratischen Beschlüsse der Ärzteparlamente", sagt Martin Grauduszus, Präsident der kritischen Ärzteorganisation "Freie Ärzteschaft".

"Den Bürgern wird vorgegaukelt, dass sämtliche Daten auf der Karte gespeichert würden. Dabei dient diese Karte nur als Schlüssel zu gigantischen Serverfarmen, auf denen dann intimste Daten abgespeichert werden, auf die rund zwei Millionen Menschen Zugriff haben sollen", warnt er. Dies mache einzig Sinn für die Krankenkassen und die IT-Industrie, die sich so Milliarden aus öffentlichen Kassen sichere.

"Meine Daten gehören zu mir als Mensch und sie müssen bei mir bleiben", fordert Urban: "ich muss entscheiden können, wer sie bekommt. Es ist gegen mein informationelles Selbstbestimmungsrecht, wenn so intime Daten gezielt gewonnen werden und vielleicht bald von Kassen, Arbeitgebern und anderen interessierten Gruppen ausgewertet werden dürfen. Menschen mit schweren Erkrankungen wie Aids müssen eine Chance behalten".

"Die elektronische Gesundheitskarte ist ein unseriöses Milliardenprojekt zu Lasten von Patienten und Ärzten", sagt auch Matthias Jochheim, Vorstand der Vereinigung Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e. V (IPPNW). Silke Lüder, Hausärztin aus Hamburg und Sprecherin des Bündnis "Stoppt die eCard", appelliert an den Deutschen Ärztetag, den ablehnenden Beschluss des Vorjahres zu bekräftigen und das teure und gefährliche Mammutprojekt zu stoppen.

Im Bündnis "Stoppt die eCard" sind zusammen mit der Deutschen Aidshilfe eine Vielzahl von Organisationen zusammengeschlossen. Dazu gehören unter anderem

   - Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung, 
   - Chaos Computer Club, 
   - Deutsche Aidshilfe e.V., 
   - Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten e.V. (DGVP),
   - Fibromyalgieverband Rheinland-Pfalz und Saarland e.V., 
   - Hausärzteverband Hamburg, 
   - IPPNW - Internationale Ärzte für die Verhütung des
     Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V., 
   - Selbsthilfegruppe "Fibromyalgie-Syndrom" Hamburg-Harburg,
   - Thure von Uexküll-Akademie für integrierte Medizin, 
   - Freie Ärzteschaft e.V., 
   - NAV Virchow-Bund - Verband der niedergelassenen Ärzte
     Deutschlands, 
   - Bundesverband der Ärztegenossenschaften, 
   - Freier Verband Deutscher Zahnärzte 

und weitere Organisationen und Initiativen.

Mehr zu dem Bündnis finden interessierte Journalisten im Internet unter http://www.stoppt-die-e-card.de/

Pressekontakt:

Ansprechpartner für die Presse:

Dr. med. Silke Lüder
Tel. 02104 138 59 75

Bündnis "Stoppt die eCard"
Bergstraße 14
40699 Erkrath
Tel.: 02104 138 59 75
Fax: 02104 44 97 32

www.stoppt-die-e-card.de

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