Deutscher Philologenverband

Erfolgreichste Schulform Deutschlands nicht zerstören!
Philologenverband warnt nach den Landtagswahlen vor Plänen zur Zerschlagung der Gymnasien in Thüringen und im Saarland

Berlin (ots) - Mit Nachdruck hat der DPhV-Vorsitzende Heinz-Peter Meidinger davor gewarnt, in Thüringen und im Saarland durch den Ausbau von Gemeinschaftsschulen oder ein verpflichtendes "längeres gemeinsames Lernen" die bei PISA und in allen nationalen Leistungstests erfolgreichste Schulart Deutschlands, das Gymnasium, abzuschaffen bzw. zu zerschlagen. Eine deutlich verkürzte, womöglich auf drei Jahre reduzierte Oberstufe nach angelsächsischem Muster wäre kein Gymnasium mehr. Es würde so sein bisheriges Niveau auf keinen Fall halten können, betonte der Verbandschef am Montag nach den Landtagswahlen in Berlin.

Meidinger erklärte, dass die Schulpolitik in den Ländern wieder zunehmend zur parteipolitischen Spielwiese und zum Experimentierfeld radikaler Strukturreformen zu werden drohe. Er sagte: "Anstatt den konsequenten Weg qualitativer inhaltlicher Reformen weiterzugehen, der zuletzt bei PISA 2006 so bemerkenswerte Erfolge zeigte, streben Linke, Grüne und SPD in Thüringen und Saarland einen radikalen Umbau des Schulsystems an, der 20 Jahre nach dem Scheitern der deutschen Gesamtschule wiederum Kinder und Jugendliche zu Versuchskaninchen einer Politik nach der Maßgabe von "trial and error" machen würde."

Der DPhV, so Meidinger, sei offen für vernünftige, sachlich begründbare Reformen mit Augenmaß. Eine ideologisch motivierte Bildungspolitik lehne er aber ab.

Der DPhV-Vorsitzende wies ergänzend darauf hin, dass die von Rot-Rot-Grün beabsichtigten Strukturreformen u.a. wegen notwendiger Schulneubauten gewaltige personelle und finanzielle Ressourcen binden würden, die an anderer Stelle im Bildungsetat fehlten. Zudem würde die Mobilität von Eltern mit ihren Familien im Bundesgebiet weiter eingeschränkt, weil ein Wechsel z.B. von einer Gemeinschaftsschule in einem Bundesland ohne gymnasiale Unter- oder Mittelstufe zu einem Gymnasium in einem anderen Bundesland enorm erschwert würde.

"Es gibt keine einzige wissenschaftliche Studie, die nachweist, dass "längeres gemeinsames Lernen" und Gemeinschaftsschulen zu mehr Bildungsgerechtigkeit und besseren Schulleistungen führen. Im Gegenteil: Brandenburg ist nach Einführung der sechsjährigen Grundschule bei der Abhängigkeit von sozialer Herkunft und Bildungserfolg auf einen bundesdeutschen Abstiegsplatz abgerutscht!", sagte der Verbandschef.

Für den Fall eines neuen strukturellen Schulkampfes in Deutschland prognostizierte Meidinger den verantwortlichen Landesregierungen riesige Umsetzungsprobleme und einen massiven Vertrauensverlust der Betroffenen: "Eltern, Schüler und Lehrer haben die Nase voll, dass nach jeder Landtagswahl neue Reformsäue durchs Land getrieben werden, bevor überhaupt die laufenden bildungspolitischen Reformen bewertet und zu Ende geführt wurden."

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