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Haseloff: Logistik sichert 160.000 Arbeitsplätze in Mitteldeutschland
Sachsen-Anhalt mit großem Potenzial als Drehscheibe europaweiter Warenströme

Magdeburg (ots) - Sachsen-Anhalt hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der bedeutendsten Logistikstandorte in Deutschland entwickelt. Immer mehr Logistik- und Transportunternehmen siedeln sich im Land an oder bauen ihre Standorte aus. Von 1991 bis 2007 wurden im Bereich Logistik und logistische Dienstleistungen in Sachsen-Anhalt mehr als 356 Mio. Euro investiert und damit über 1.500 neue Dauerarbeitsplätze geschaffen und mehr als 2.150 gesichert, sagte Minister Dr. Reiner Haseloff heute vor Pressvertretern.

"Vor allem vier Faktoren machen das Bundesland zum kommenden intereuropäischen Logistikstandort: Zum einen die geographische Lage zwischen den wirtschaftsstarken westlichen Ländern und den aufstrebenden Wirtschaftsregionen Mittel- und Osteuropas. Zum anderen ist hier in den letzten Jahren ein hervorragendes Infrastruktursystem geschaffen worden. In den nächsten sechs Jahren wird die Europäische Union den Ausbau der wirtschaftsnahen Infrastruktur mit weiteren 258 Mio. EUR unterstützen."

Als weitere Pluspunkte nannte der Minister die hoch motivierten Fachkräfte sowie die im Vergleich zu den alten Bundesländern längeren und flexibleren Arbeitszeiten. Darüber hinaus bietet das Land eine erstklassige Förderkulisse. So können Logistikunternehmen mit Investitionszuschüssen der EU, der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Sachsen-Anhalt gefördert werden. Um die Qualifikation zu aktualisieren, bietet die Agentur für Arbeit eine investorenbezogene Qualifizierung von Arbeitskräften an, die für den Investor kostenlos ist.

Wichtiger Hub des deutschen und internationalen Warentransports

Sachsen-Anhalt wird aufgrund steigender Güterflüsse zwischen Ost und West zu einem bevorzugten Standort für Distributionszentren. Zahlreiche Akquisitionen und Allianzen und die Öffnung der EU-Märkte führen zunehmend zur Schaffung Pan-Europäischer Distributionsnetze.

Der moderne Interkontinentalflughafen Leipzig/Halle an der südlichen Landesgrenze entwickelt sich dabei zur Pulsader der Logistikregion. Im 24-Stunden-Betrieb verfügt er über eine trimodale Verkehrsanbindung (Luft-Schiene-Straße) sowie ein paralleles Start- und Landebahnsystem. Das Frachtaufkommen wächst Jahr für Jahr überdurchschnittlich und erreicht mittlerweile 101.258 t/p.a. (und über 2,7 Mio. Fluggäste 2007). Mit der Inbetriebnahme des Europadrehkreuzes der DHL im Jahresverlauf 2008 wird Leipzig/Halle zum "global player" der Logistik mit einem Warenumschlag von 2.000 t Fracht/Tag.

Das Pendant im Herzen Sachsen-Anhalts ist der neue Hansehafen mit dem GVZ Hansehafen und dem Hanse-Terminal (KV-/Containerterminal) in Magdeburg. Der größte Binnenhafen Mitteldeutschlands ist der "verlängerte Arm" der Häfen in Hamburg (über die Elbe), Bremen/Bremerhaven (über den Mittellandkanal und die Weser) oder Duisburg und Rotterdam (über Mittellandkanal und Rhein). Durch die Kombination aus Hafen-/Logistik-Dienstleistungen und logistikaffinen Wirtschafts- und Industrieansiedlungen etabliert sich der Magdeburger Hafen zunehmend als Hinterlanddrehscheibe der Seehäfen und Kompetenzführer im mitteldeutschen Wirtschaftsgebiet.

Logistik - eine Zukunftsbranche in Sachsen-Anhalt

"Die Logistikbranche gehört zu den Schlüsselindustrien in unserem Land", so Haseloff. Hervorragende Verkehrsinfrastruktur, optimale Transportketten, die Verknüpfung aller Verkehrsträger und die Entwicklung neuer intelligenter Logistiksysteme gehen im "Frühaufsteher-Land" Hand in Hand. Gemeinsam schaffen Politik und Wissenschaft hier innovative Lösungen für den internationalen Warenverkehr. Über 160.000 Menschen sind bereits jetzt im Bereich Versand/Logistik in Mitteldeutschland (Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen) beschäftigt", erläutert Haseloff, "bis 2015 dürften nach Expertenmeinung noch 100.000 hinzukommen".

Viele bedeutende Logistiker nutzen die Standortvorteile Sachsen-Anhalts. So haben sich hier unter anderem renommierte Unternehmen wie die Hermes Warehousing Solutions GmbH (Otto Group), die Dirk Rossmann GmbH oder Mobis Parts Europe, offizieller Zulieferer für Autoteile und von Hyundai und Kia, niedergelassen. Führende Discounter wie LIDL oder Lebensmittelketten wie EDEKA Hannover-Minden GmbH, mit ihren Distributionszentren in Bernburg (Saale) und in Osterweddingen bei Magdeburg, haben sich von den Vorteilen des leistungsstarken Standortes Sachsen-Anhalt begeistern lassen. Dass Sachsen-Anhalt auch für ausländische Investoren attraktiv ist, beweist die Schweizer Zur Rose Gruppe, die mit der Zur Rose Pharma GmbH und deren pharmazeutischem Kooperationspartner, der Apotheke zur Rose, von Halle aus bundesweit über 500.000 Kunden pharmazeutisch betreut und versorgt. Die niederländische Wolter Koops Int. Transporte GmbH startet von Osterweddingen aus europaweit Transporte und die damit zusammenhängende Logistik, von Sammeltransporten, Crossdocking und Lagerhaltung sowie die Anlieferung.

Drehkreuz von Theorie und Praxis

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg bietet Deutschlands einzigen Studiengang "Wirtschaftsingenieurwesen Logistik". Forschungs- und Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich Logistik werden darüber hinaus an der Martin-Luther-Universität in Halle/Wittenberg sowie an den Fachhochschulen Magdeburg, Merseburg, Harz und an der Hochschule Anhalt angeboten.

Ein herausragendes Beispiel für die hohe Forschungskompetenz des Landes ist das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg. Im so genannten LogMotion Lab, einem Test- und Entwicklungslabor, werden zukunftsweisende Lösungen für sichere Warenketten, Personenströme, Materialfluss oder das Life Cycle Management (Lebenszyklus von Produkten) entwickelt. Namhafte Unternehmen wie z.B. VEM, Airbus, Siemens, DHL nutzen die Kompetenz des LogMotionLabs, um neuste RFID-Technologien (Radiofrequenz-Identifikation) zu testen und kundenindividuelle Lösungen für den industriellen Einsatz entwickeln zu lassen.

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