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WAZ: Fatale Wirkung von Worten - Kommentar von Tobias Blasius zu Karneval

Essen (ots) - Die starke Präsenz von "arabisch/nordafrikanisch aussehenden jungen Männern", wie es im Behördendeutsch heißt, hat nach den Kölner Silvesterfeierlichkeiten in der Polizeiführung Spuren hinterlassen. Vor den närrischen Tagen will man Vorsorge treffen, dass nicht ausgerechnet die drangvolle Enge des Straßenkarnevals zu neuen Konfrontationen und Tumultdelikten genutzt wird. Da zu den Krawallmachern zuletzt unbestreitbar auch solche Männer gehörten, die sich nur mit einer Bescheinigung als Asylsuchender ausweisen konnten, ist die Einbeziehung von Flüchtlingseinrichtungen in das Präventionskonzept nur folgerichtig.

Doch wie die NRW-Polizeiführung einen glatten Karnevalsverzicht für Flüchtlinge und Asylbewerber einforderte, vor "massiertem Auftreten" warnte, von "unerwünschten Wechselwirkungen" raunte, "kritiklose Kontrolle" erwartete - das ist in Stil und Inhalt herabwürdigend und nicht akzeptabel. Adressaten sind ausgerechnet die Heimleiter vieler Wohlfahrtsorganisationen, die sich bemühen, Asylbewerbern auch über das Brauchtum unsere Werte und Traditionen zu vermitteln. Gerade sie hätten eine andere Ansprache und Einbeziehung in polizeiliche Präventionsarbeit verdient gehabt.

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