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WAZ: Das tiefe Misstrauen bleibt - Kommentar von Frank Meßing zur Festnahme eines VW-Managers in USA

Essen (ots) - Volkswagen kommt einfach nicht aus der Defensive. Seit Tagen wird spekuliert, dass der Konzern aus Wolfsburg kurz vor der Einigung mit dem US-Justizministerium stehe und die Folgen der Dieselaffäre zumindest in den Staaten durch die Zahlung einer Milliarden-Buße abräumen könnte. Da wird völlig überraschend ein VW-Manager, der offenbar mit der Software-Manipulation zu tun hatte, festgenommen. Die USA wollen dem größten deutschen Autobauer offenbar signalisieren, dass er sich nicht so einfach davonstehlen kann.

Auf der Automesse in Detroit hatte Markenchef Diess noch darum geworben, dass die Amerikaner ihre "Liebe zu Volkswagen" neu entfachen. Das Misstrauen aber sitzt tief. Auf ein Schuldbekenntnis, dass VW die US-Behörden hinter die Fichte geführt hat, warten die Amerikaner bislang vergeblich. Aber auch in Deutschland gibt es Unmut, dass vom Abgasskandal betroffene Kunden hierzulande schlechter entschädigt werden als in den USA. Die 3100 Euro Betriebsrente pro Tag für Ex-VW-Boss Winterkorn wühlen die Gemüter erst recht neu auf. Gelingt dem Konzern nicht rasch ein Befreiungsschlag, könnte es brenzlig werden für die Wolfsburger.

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