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WAZ: Nur im Ansatz messbar - Kommentar von Matthias Korfmann

Essen (ots) - Jedes fünfte Kind in NRW ist auf Sozialleistungen angewiesen, und in manchen abgehängten Quartieren im Ruhrgebiet ist es sogar jedes zweite. Da liegt es nahe, über Vorbeugung nachzudenken. Wenn die armen und benachteiligten Kinder von heute nicht aufgefangen werden, werden sie später arme und benachteiligte Erwachsene sein. Je länger man mit der Hilfe wartet, desto teurer wird die "Reparatur" solcher Lebenswege.

So ist "Kein Kind zurücklassen" nicht nur menschlich gesehen gut, sondern auch politisch vernünftig. In den beteiligten Städten werden die Ausgaben fürs Soziale im Gegensatz zu früher heute gründlich und immer wieder geprüft.

Dennoch ist das Kernprojekt der Landesregierung in gewisser Weise eine Mogelpackung. Die versprochene "Präventionsrendite" ist heute allenfalls im Ansatz messbar. Die Regierung stellt heute etwas in Aussicht, von dem, wenn überhaupt, erst kommende Regierungen profitieren könnten. Wichtige Entscheidungen für NRW müssen aber hier und jetzt getroffen werden. Das Wachstum ist heute bei null, Schulen und Straßen sind heute marode. Soziale Prävention ist richtig, aber sie ersetzt keine Haushaltsplanung.

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