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WAZ: Das Leben nicht zu Tode regulieren - Kommentar von Frank Preuß zum Lärmschutz

Essen (ots) - Wer heute öffentlich zur Party lädt, ist weiß Gott nicht zu beneiden. Spätestens seit der Loveparade-Tragödie sind die Sicherheitsanforderungen in einem Maße festgeschraubt worden, dass dem kleinen Verein fürs Dorffest kaum noch Luft bleibt. Selbst wenn das hier und da bürokratische Blüten treiben mag, gibt es erst einmal wenig daran zu kritisieren: Sicherheit muss streng gehandhabt werden, Kosten dürfen keine Rolle spielen - wer wollte sonst die Verantwortung übernehmen?

Dass der Umweltminister nun allerdings auch noch beim Lärmschutz hineingrätscht, zeugt davon, wie lebensfremd Politik zuweilen sein kann. Wer hier auf Paragrafen herumreitet, galoppiert ins Abseits. Die Städte sind in dieser Frage kulant, wenn sie ihre Genehmigungen erteilen, und so sollte es bleiben. Wollen wir wirklich jedes Fest zu Tode regulieren? Wollen wir noch mehr Klagen von Anwohnern vor überlasteten Gerichten? Ist nicht leben und leben lassen ein gesundes Motto?

Natürlich ist ein Schützenfest kein Freibrief für eine 24-stündige Krawallorgie. Aber wer kein Geräusch ertragen mag, wenn Menschen feiern, dem empfiehlt sich das Schweigekloster.

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