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WAZ: Viele Identitäten, eine Kampagne? - Kommentar von Stefan Schulte zur Revierkampagne

Essen (ots) - Der graue Pott ist in den Köpfen der Menschen allenfalls noch als altes Vorurteil gespeichert und jeder Hinweis auf die auch vorhandenen schönen Seiten banal. Sofern man hier wohnt. Beim Blick von draußen aufs Revier scheint die Zeit dagegen stehen geblieben, halten sich Vorurteile so hartnäckig wie das Pech auf den Laubendächern, staunen Durchreisende immer noch, mehr Grün als Grau zu sehen.

Solange das Image des Ruhrgebiets ist, wie es ist, wird die Suche nach der einen, durchschlagenden Kampagne andauern. Wenn ein Ballungsraum ein frischeres Erscheinungsbild nach außen gebrauchen kann, dann das Ruhrgebiet. Doch ein Gassenhauer wie Baden-Württembergs "Wir können alles außer Hochdeutsch" ist schwer zu finden, weil diese Region nicht eine, sondern viele Identitäten zwischen Duisburg und Dortmund, zwischen Rhein, Ruhr und Lippe vereint.

Wer einfach Werbeprofis von der Leine lässt, wird scheitern, so wie 2008 mit dem Slogan "Ruhrn, Team Work Capital". Bevor sich das Revier eine Kampagne auf den Leib schneidern lässt, sollte es die Frage nach seiner Identität erst einmal selbst beantworten. Ohne eine neue kollektive Selbstgewissheit wird es schwer, alte Vorurteile abzuräumen.

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