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WAZ: Die Verwerfungen bleiben bisher aus - Kommentar von Stefan Schulte zum Mindestlohn

Essen (ots) - Die Zwischenbilanz zum Mindestlohn fällt aus Sicht der Gewerkschaften und Ministerin Nahles positiv aus - natürlich. Viele Menschen verdienen in Deutschland seit dem 1. Januar mehr Geld, ohne dass es bisher zu statistisch relevantem Abbau von niedrig entlohnten Arbeitsplätzen gekommen wäre. Der Nebeneffekt, dass weniger Menschen auf Hartz IV angewiesen sind, obwohl sie arbeiten, entlastet zudem die Haushalte.

Dennoch ist es für eine verlässliche Bilanz viel zu früh. Der Rückgang der Minijobzahl ist ein Indiz dafür, dass eben doch nicht jede Beschäftigung die Einführung der Lohnuntergrenze überstanden hat. Außerdem profitieren vor allem Menschen in Ostdeutschland vom Mindestlohn. Das ist für die Menschen dort schön, bedeutet aber auch, dass die Untergrenze in Westdeutschland weitgehend wirkungslos bleibt, weil hier auch die unteren Tarife vorher angepasst wurden.

Das Problem bleibt das unterschiedliche Lohnniveau in Ost und West, dem kein einheitlicher Mindestlohn gerecht werden kann. Entweder ist er für den Osten zu hoch oder für den Westen zu niedrig. Regionale Mindestlöhne wären die Lösung.

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