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WAZ: Machtkampf im Vatikan - Kommentar von Walter Bau zur Papst-Rede

Essen (ots) - Zu Weihnachten hängt im Vatikan der Haussegen schief: Franziskus hat sich sein Führungspersonal vorgeknöpft. Die drastischen Worte, mit denen der Papst gestern Kardinäle und Bischöfe abkanzelte, lassen zwei Schlüsse zu - beide Varianten deuten auf einen veritablen Machtkampf hinter den vatikanischen Mauern hin.

Die eine Möglichkeit: Der Pontifex verliert die Geduld, der Wandel - weg von Pomp und Bürokratie, hin zu einer volksnahen Kirche - geht dem 78-Jährigen zu langsam voran. Dann wäre seine klare Ansprache eine letzte Warnung an eitle Höflinge und hartleibige Hinterzimmer-Intriganten: Richtet euch auf personelle Konsequenzen ein!

Die zweite - und noch viel dramatischere - Variante geht so: Die Brandrede, gehalten gleichsam vor den Augen und Ohren der Öffentlichkeit, ist ein Hilferuf des Papstes an die Gläubigen. Seine Botschaft: Ich schaffe den Wandel allein nicht, unterstützt mich im Kampf gegen die Front der Bewahrer!

So oder so: Im Vatikan geht es spätestens seit gestern ums Ganze. Franziskus hat noch lange nicht gewonnen.

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