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WAZ: Jägers politische Verantwortung - Kommentar von Tobias Blasius

Essen (ots) - Die Aufarbeitung des Misshandlungsskandals in NRW-Flüchtlingsheimen steht erst ganz am Anfang. Doch schon jetzt ist die vom Arnsberger Regierungspräsidenten Bollermann treuherzig vorgetragene Version nicht mehr zu halten: Dass die Behörden ihre Schutzbefohlenen bei den schwarzen Sheriffs der privaten Sicherheitsdienste in den besten Händen wähnen mussten.

Nach Lage der Dinge haben sich aufmerksame Burbacher Bürger bereits Ende Juni über Erscheinungsbild und Auftreten der Wachleute beschwert, was ihr Bürgermeister "am Rande" im Innenministerium zur Sprache gebracht hat. Bei solch vagen Hinweisen konnte kein noch so aufmerksamer Ministerialer an Quälereien in einem "Problemzimmer" des Heimes denken.

Erhöhte Präsenz und stärkerer Kontrollaufwand wären aber allemal angezeigt gewesen. Das Land ist Hausherr in den überfüllten Aufnahmeeinrichtungen und darf trotz chaotischer Zustände nicht aus der Aufsichtspflicht entlassen werden. Innenminister Jäger, der die Gesamtverantwortung trägt, kann über Rücktrittsforderungen der Opposition nicht ernsthaft überrascht sein.

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