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WAZ: Wer will noch zur Feuerwehr? Kommentar von Thomas Mader

Essen (ots) - Den Feuerwehren ergeht es wie so vielen Betrieben im Land: Sie erschrecken regelrecht vor dem geringen Niveau vieler Bewerbungen. Nun gehört Klappern zum Handwerk und wir können davon ausgehen, dass Ausbilder schon im alten Rom den Nachwuchs für den Untergang des Abendlandes verantwortlich machten. (Vielleicht war ja auch was dran.) Aber wenn die Hälfte der heutigen Bewerber am Dreisatz scheitert, Legislative mit Exekutive verwechselt oder die Seiten geometrischer Figuren nicht zählen kann, dann ist es eigentlich an der Zeit, sich wieder mal Gedanken über unser Schulsystem zu machen. Da die Feuerwehren (wie alle Betriebe) diesen Hebel aber nicht in der Hand halten, haben sie nur zwei Möglichkeiten: Sie konkurrieren um die guten Bewerber - oder sie qualifizieren die Menschen. Beides ist teuer. Im ersten Fall muss man werben - auch mit guten Arbeitsbedingungen und Gehältern, im zweiten kostet es Zeit und Motivation. Aber es sollte eigentlich kein unüberwindliches Problem sein für die Feuerwehr, ihre Stärken zu stärken. Denn die Arbeit ist zwar hart, aber sie wird belohnt mit der Gewissheit, jeden Tag sehr konkret Leben retten zu können.

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