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WAZ: Die Polizei im ewigen Dilemma. Kommentar von Frank Preuß

Essen (ots) - Eine junge Frau wird erstochen, der junge Mann, der höchstwahrscheinlich die Verantwortung trägt, nimmt sich auf der Flucht das Leben - es liegt in der Natur der Sache zu fragen, ob denn niemand diese Tragödie stoppen konnte. Dass die Eltern des Opfers der Polizei vorwerfen, ihre Tochter nicht genug geschützt zu haben, kann man gut verstehen, schließlich war der Täter gewalttätig und vorbestraft. Der Schmerz über den Verlust ihres Kindes berechtigt sie dazu. Doch das Dilemma der Polizei, die sich in solchen Fällen stets gegen den Vorhalt wehren muss, nicht so genau hingesehen zu haben, ist unbestreitbar: Kein Gesetz der Welt gibt ihr das Recht, jemanden auf bloßen Verdacht hin aus dem Verkehr zu ziehen. Gewalt im Haus wird geahndet, aber eine Bluttat wie diese ist im Vorfeld fast nie zu verhindern. Das ist furchtbar unbefriedigend. Es gehört aber zur Wahrheit.

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