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WAZ: Zu viele Rabatte schaden dem Image. Kommentar von Frank Meßing

Essen (ots) - Wie schnell der Ruf einer Marke ruiniert werden kann, zeigte das Beispiel der Baumarktkette Praktiker. Der Spruch "20 Prozent auf alles, außer Tiernahrung" wurde nicht nur zum Kalauer, sondern auch zum Inbegriff für Ramschniveau. Der Ausgang des Image-Desasters ist bekannt: Praktiker ging in die Insolvenz und ist inzwischen vom Markt verschwunden. Im erbitterten Kampf um Kunden hat auch Karstadt die Schraube überdreht. 44 Prozent der Artikel gingen mit reduziertem Preis über die Ladentheke. Das kann kein Einzelhändler auf Dauer durchhalten. Zumal der Stammkunde mit seiner Karstadt-Card Rabattaktionen fest einplanen konnte, um Einkäufe genau in diesen Zeitraum zu legen. Händler, die zu häufig und planbar den Rotstift zücken, setzen den Lockvogel-Mechanismus außer Kraft. Denn Angebote sollen Kunden in die Läden holen, die gleich auch Artikel zu regulären Preisen kaufen. Es ist nicht verwunderlich, dass die verwöhnten Karstadt-Schnäppchenjäger nun wegbleiben, wenn Eva-Lotta Sjöstedt die Aktionen drosselt. Es wird Zeit kosten, die Kunden an die neue Preispolitik zu gewöhnen. Zeit, die der Warenhauskonzern mit seinen roten Zahlen kaum hat.

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