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WAZ: Sozial gerecht und doch unbescheiden. Kommentar von Stefan Schulte

Essen (ots) - Die Krankenschwester, die Erzieherin und der Feuerwehrmann erhalten deutlich mehr Geld und sie haben das auch verdient. Der Sockelbetrag wertet jene Berufe auf, die der Staat bisher zu schlecht bezahlt hat. Dass der Sockel mit der prozentualen Erhöhung verrechnet wird und nicht noch oben drauf kommt, wie es Verdi wollte, ist allerdings zwingend geboten, alles andere hätte jeden Rahmen gesprengt. Gerade diese soziale Komponente hätte etwas mehr Bescheidenheit in den höheren Lohngruppen aber noch edler erscheinen lassen. Drei Prozent mehr Geld bei einer Inflation von einem Prozent sind happig. Und mehr, als derzeit in der Privatwirtschaft zu holen ist, die den öffentlichen Dienst mit ihren Steuern immerhin finanzieren muss. Es ist auch für die öffentlichen Kassen ein zwiespältiger Abschluss. Der Bund kann ihn locker stemmen, Städte wie die im Ruhrgebiet werden überfordert. Das freilich kann man weder Verdi noch den Angestellten vorwerfen. Bund und Länder stehen in der Pflicht, die Finanzen der Kommunen auf eine solidere Basis zu stellen, schließlich leisten sie auch die Basisarbeit in dieser Gesellschaft. Versprochen hat dies noch jede der letzten Regierungen - und es dabei bewenden lassen.

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